Veranstaltungsbericht | Fairer Handel und Globales Lernen an der Grundschule Diesterweg

Wie lassen sich globale Zusammenhänge und Fragen nachhaltiger Entwicklung kindgerecht in den Schulalltag integrieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 13.08.2026 eine vierstündige Lehrkräftefortbildung an der Grundschule Diesterweg in Wernigerode.

Die Grundschule Diesterweg versteht sich als Kreativschule. Musik, Gestalten und Sprache haben im Unterricht und in zahlreichen schulischen und außerschulischen Angeboten einen besonderen Stellenwert. Zugleich engagiert sich die Schule zunehmend für Fragen der Nachhaltigkeit und wird ab September Mitglied im Netzwerk der Nachhaltigkeitsschulen sein. Nun möchte sie einen weiteren Schritt gehen und sich auf den Weg zur Fairtrade School machen.

Die Fortbildung knüpfte an dieses bestehende Engagement an, nahm den Fairen Handel aber bewusst nicht nur aus der Perspektive der anstehenden Zertifizierung in den Blick. Als Referent war Luis „Memo“ Ordoñez eingeladen, der auch im Rahmen der Fairtrade-Schools-Kampagne tätig ist.

Zu Beginn ging es um die grundlegende Frage, warum Fairer Handel überhaupt relevant ist. Globale Gerechtigkeit, internationale Lieferketten und die Sustainable Development Goals bildeten dabei wichtige Bezugspunkte. Daran anschließend wurde der Blick auf Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule gerichtet: Welche Grundprinzipien sind dabei wichtig? Wie können globale Themen altersgerecht vermittelt werden? Und welche Zugänge ermöglichen es Kindern, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entdecken?

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der praktischen Umsetzung. Unterrichtsideen, Methoden und Materialien zeigten Möglichkeiten auf, wie Themen des Fairen Handels und globaler Gerechtigkeit im Grundschulunterricht aufgegriffen werden können. Dabei wurde auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Schulen einbezogen.

Schließlich ging es ganz konkret um den Weg zur Fairtrade School. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit den Kriterien der Kampagne sowie mit der Frage, wie ein Fairtrade-Team aufgebaut, Aktionen geplant und der Faire Handel langfristig im Schulalltag und im Schulprogramm verankert werden kann.

Damit verband die Fortbildung zwei Perspektiven: Sie unterstützte die Schule bei den nächsten Schritten auf dem Weg zur Fairtrade School und eröffnete zugleich einen breiteren Blick auf Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gerade für eine Schule, die bereits über ein ausgeprägtes kreatives Profil verfügt und sich mit Fragen nachhaltiger Entwicklung beschäftigt, bieten globale Themen vielfältige Möglichkeiten für sprachliche, gestalterische und handlungsorientierte Lernprozesse.

Die Fortbildung markiert damit einen weiteren Schritt auf dem Weg der Grundschule Diesterweg, Nachhaltigkeit und globale Verantwortung stärker im Schulalltag zu verankern.

Christopher Isensee
Projektkoordinator „Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage in Sachsen-Anhalt (SAeBIT)“ | Bildungsmaterialien, Verleih & Bibliothek
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