Veranstaltungsbericht | Dekoloniale Perspektiven und kreative Methoden: Rückblick auf die Multiplikator:innen-Schulung in Halle (Saale)

Am zweiten Tag der Multiplikator:innen-Schulung beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Beziehungen zwischen Körpern und Territorien. Fotos: Julia Irrling

Am 24. und 25. April 2026 fand in der Hallischen Jugendwerkstatt in Halle (Saale) die gemeinsame Multiplikator:innen-Schulung des SAeBIT-Projekts des EINE WELT Netzwerks Sachsen-Anhalt, von Bildung trifft Entwicklung (BtE) Mitteldeutschland und dem EINE WELT Netzwerk Thüringen (EWNT) statt. Zwei Tage lang kamen engagierte Menschen und Interessierte aus dem Bereich Bildungsarbeit zusammen, um sich weiterzubilden, Methoden kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Der Freitag begann mit dem Workshop „Widerständiges Wissen: Dekoloniale Praxen für eine Pädagogik des Möglichen“ von Fernando Andia zum Thema Postkolonialismus und Kolonialität. Im Mittelpunkt standen dekoloniale Perspektiven auf Bildung sowie Erfahrungen und Lernformen, die andere Formen des Zusammenlebens und alternative Zukünfte sichtbar machen. Ziel war es, Bildungsarbeit als Raum zu stärken, in dem neue Möglichkeiten bewusst entstehen können.

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden in einem Methodenblock verschiedene Spiele und Übungen für Workshops und Gruppen kennenlernen – von Kennenlernen und Aktivierung bis hin zu Bewegung und Konzentration. Am Nachmittag bot ein „Open Space“ Raum, um herausfordernde Situationen aus dem Workshop-Alltag gemeinsam zu reflektieren und konkrete Erfahrungen auszutauschen. Der Tag klang gemeinsam im Welcome-Treff in entspannter Atmosphäre aus.

Am Samstag fand der Kartierungsworkshop „Körperterritorien (cuerpo territorio)“ mit Tuline Gülgönen vom Kollektiv Orangotango statt. Aufbauend auf feministischen Geografien Lateinamerikas beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Beziehungen zwischen Körpern und Territorien. Durch Beispiele kritischer Kartografie sowie individuelle und kollektive Kartierungsübungen wurden vielfältige Perspektiven auf Räume, Erfahrungen und gesellschaftliche Machtverhältnisse eröffnet. Gleichzeitig vermittelte der Workshop methodische Werkzeuge, um diese Ansätze auch in weiteren Bildungskontexten anzuwenden.

Begleitet wurde die Veranstaltung an beiden Tagen von syrischem Catering und vielen Möglichkeiten zur Vernetzung. Die Multischulung bot vielfältige Impulse für rassismuskritische und globale Bildungsarbeit und stärkte den Austausch zwischen Multiplikator*innen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und darüber hinaus.

Dorothea Splettstößer
Projektkoordinatorin „Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage in Sachsen-Anhalt (SAeBIT)“ | Bildungsarbeit
E-Mail: bildungstage@einewelt-lsa.de
Mobil: 01590 6820115
Über michIch bin die Projektkoordinatorin im Bereich Bildung für die SAeBIT. Meine Aufgabe ist es, Themen und Methoden des Globalen Lernens in Form von Workshops verstärkt in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit sowie auf landespolitischer Ebene zu verankern.
Christopher Isensee
Projektkoordinator „Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage in Sachsen-Anhalt (SAeBIT)“ | Bildungsmaterialien, Verleih & Bibliothek
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Über michIch bin im Projektkoordinationsteam der SAeBIT. Ich kümmere mich um die Bildungsmaterialien, deren Verleih und unsere Bibliothek zum Globalen Lernen.