Der Begriff „Kriegstüchtigkeit“ ist zurück in der politischen Debatte. Milliarden fließen in Aufrüstung, Verteidigungsetats wachsen, militärische Abschreckung gilt wieder als zentrale sicherheitspolitische Strategie. Doch was bedeutet diese Entwicklung konkret für Menschen in Kriegsgebieten?
Die Fotoausstellung „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ bringt vom 24. März bis 16. April 2026 diese Frage in die Liebfrauenkirche Halberstadt. Die Ausstellung wird in Kooperation der Liebfrauengemeinde und des EINE WELT Netzwerks Sachsen-Anhalt gezeigt.
Ihr Auftakt am 24. März, dem Internationalen Tag für das Recht auf Wahrheit über schwere Menschenrechtsverletzungen und für die Würde der Opfer, setzt ein bewusstes Zeichen: Sicherheitspolitik darf nicht losgelöst von den Menschenrechten gedacht werden.
Der Fotojournalist Till Mayer dokumentiert Menschen, deren Leben durch Explosivwaffen in bewohnten Gebieten dauerhaft verändert wurde – in der Ukraine, im Irak, im Kongo oder in Uganda. Ihre Geschichten stehen exemplarisch für eine Form der Kriegsführung, bei der zivile Räume systematisch zerstört werden.Während in Deutschland und Europa über Verteidigungsfähigkeit, Abschreckung und strategische Autonomie diskutiert wird, geraten die langfristigen Folgen von Bombardierungen oft aus dem Blick: zerstörte Infrastruktur, dauerhafte Traumatisierung, versehrte Körper, kontaminierte Lebensräume.
Die Ausstellung konfrontiert diese abstrakten Debatten mit konkreten Biografien. Sie fragt: Welche Rolle spielen Waffenexporte? Welche Verantwortung tragen Staaten, die aufrüsten? Und wie lässt sich Sicherheit definieren, wenn sie anderswo Unsicherheit produziert? „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ versteht sich nicht als moralischer Kommentar aus der Distanz, sondern als Einladung zur kritischen Auseinandersetzung. In einer Zeit, in der militärische Stärke erneut als politisches Leitmotiv formuliert wird, rückt die Ausstellung die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt – und stellt die Frage, wie eine menschenrechtsbasierte Sicherheitspolitik aussehen kann.
Ausstellung: „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“
Ort: Liebfrauenkirche Halberstadt
Zeitraum: 24. März – 16. April 2026
Di-Sa 10-16 Uhr, So 11-16 Uhr
Weitere Informationen: www.erschuettert.org